Auch die vierte Episode der vierten Staffel von Star Trek: Strange New Worlds lehnt sich an einen Filmklassiker an. Ein Fall von Chiaroscuro schickt Una (Rebecca Romjin), Uhura (Celia Rose Gooding) und M’Benga (Babs Olusanmokun) in eine ‚Casablanca‚-Welt, und das in stilechtem Schwarz-Weiß.
Story
Ups! Eine Überwachungsboje der Föderation ist vom Kurs abgekommen und über die Grenze ins Klingonische Reich gedriftet. Um den brüchigen Frieden nicht zu gefährden, soll die Enterprise die Boje zurück holen. Una, Uhura und M’Benga fliegen in einem Shuttle in das Mat’aar-System. Erschwert wird die Mission dadurch, dass die Strahlung des Mat’aar-Sterns keine Farben zulässt. Dem Außenteam gelingt die Bergung der Boje, doch um einen klingonischen Kreuzer zu umgehen, muss das Shuttle auf dem Planeten Mat’aar XII notlanden.
Passende Kleidung ist schnell repliziert und schon steht unsere Crew in der nächsten Stadt. Der Plan, sich erstmal unauffällig umzusehen, schlägt jedoch fehl. Una wird als lokale Bar-Eigentümerin Nevette „erkannt“ und muss wohl oder diese Rolle spielen. Schnell stellt sich heraus, dass Nevette ein Doppelleben geführt hat. Nach außen kollaboriert sie mit den klingonischen Besetzern, im Hintergrund ist sie die Anführerin der Resistance, die den Klingonen zu schaffen macht.
Die Besatzung wird von Commander Kor befehligt, der bereits in der Originalserie, der Zeichtentrickserie und Deep Space Nine mehrere Auftritte hatte. Als Uhura von einer klingonischen Kontrolle ohne gültige Ausweisdokumente angetroffen wird, befiehlt Kor ein Verhör. Uhura verstolpert sich ein bisschen, wird aber gerade noch rechtzeitig freigelassen, nachdem die Resistance einen Ausweis für sie fälscht.
Kor hat Uhura unterschätzt und während ihres Verhörs auf Klingonisch über seine Ideen gesprochen. So kann Uhura an Una berichten, dass die Klingonen eine Barriere um den Planeten errichten wollen. Danach sollen keine Mat’arrianer mehr in wichtigen Positionen arbeiten und niemand mehr den Planeten verlassen dürfen.
Obwohl sie den Planeten jetzt verlassen könnte, beschließt Una, den Plan von Nevette zu vollenden und mit einer EMP-Bombe die Klingonen lahmzulegen. Dies gelingt, und die Enterprise-Offiziere verlassen den Planeten, während um sie herum ein Aufstand ausbricht.
Während das Team um Una auf dem Planeten ist, geht La’an auf dem Schiff einem Rätsel auf den Grund. Einer der Speicherchips der geborgenen Boje wurde gelöscht – und La’an vermutet den Täter auf der Enterprise. Obwohl Spock einen Zufall für plausibel hält, startet La’an mit der Rückendeckung von Pike eine Untersuchung. Alle Spuren enden jedoch in einer Sackgasse. Als La’an aufgeben will, macht Chapel ihr ein Geständnis: Ein befreundeter Sternenflotten-Captain hat für eine Rettungsmission mit seinem Schiff die klingonische Grenze überquert und die Boje hat dies aufgezeichnet. Chapel hat deshalb die Boje manipuliert, um diese Aktion zu decken. La’an lässt sich von Chapel überzeugen, diese Erkenntnis zu verheimlichen, so dass – zumindest vorerst – das Geheimnis gewahrt wird.
Analyse
Ein Fall von Chiaroscuro ist seit Ad Astra Per Aspara aus der zweiten Staffel die erste Episode, in der Una im Mittelpunkt steht. In beiden Episoden geht es darum, dass sie anderen etwas vorspielt – was auch von M’Benga und Uhura thematisiert wird.
Die Episode endet mit dem Beginn eines Aufstands der Mat’aaraner. Ein Erfolg erscheint aber unwahrscheinlich, da Kor in den nächsten Jahren Karriere macht, wie wir in der TOS-Episode Kampf um Organia erfahren.
Nach Shuttle nach Kenfori ist dies die zwei Episode, in der die Sternenflotte die Grenze zum Klingonischen Reich überschreitet. In Ein Fall von Chiaroscuro erfahren wir von gleich drei dieser Fälle: Die Boje, das Enterprise-Shuttle und das Medizinschiff. Langsam stellt sich die Frage, ob die Föderation den Kriegsausbruch einige Jahre später selbst herbeigeführt hat, oder?
Andere Frage: Hat Captain Pike sein Schiff noch im Griff? Erst ist die Sicherheitschefin nicht darüber informiert, dass die Enterprise den Klingonenkreuzer orten kann. Und La’an und Chapel verheimlichen ihm wichtige Informationen.
Wie es scheint, war Menschlicher Bester Freund der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Ortegas und Scotty. Sie haben nicht nur ihre beruflichen Probleme gelöst, sondern verbringen jetzt auch privat Zeit miteinander.
Bewertung
Ein Fall von Chiaroscuro bietet auf Mat’arr XII eine schöne Atmosphäre, eine starke Leistung von Rebecca Romjin und die Ansätze einer spannenden Geschichte. Leider bleibt es bei den Ansätzen, denn die A-Story kann sich nicht entscheiden, ob es ein ‚Casablanca‘-Remake oder nur eine Anlehnung an den Klassiker sein soll. So hängen dann die Handlungsstränge zu den Ausweisen und der Ersetzung der Kollaborateure in der Luft und erschließen sich dem Zuschauer nur, wenn dieser ‚Casablanca‘ kennt.
Die B-Story auf der Enterprise trägt praktisch nichts zum Erfolg der Episode bei. Diese Story ist weder spannend, noch bringt sie relevante Charakterentwicklung. Im Gegenteil, Pike, La’an und Chapel sehen alle ziemlich unprofessionell aus.
Wertung: 6/10



