Vom 22.-24.05.2026 findet im Maritim Hotel Bonn die 34. FedCon statt. Die größte deutschsprachige Star Trek Convention bietet über drei Tage wieder ein abwechslungsreiches Programm. Im zweiten Teil unserer großen Vorschau widmen wir uns den Vorträgen und Lesungen, nachdem wir uns davor schon dem Thema Mitmachen gewidmet haben.
Star Trek auf dem Bildschirm
Fast tausend TV-Episoden und 13 Kinofilme – da ist viel zu besprechen. Eine lange Reihe an Vorträgen befasst sich mit dem, was wir alle auf dem Bildschirm gesehen haben.
Los geht es gleich am Freitagvormittag um 10 Uhr mit „Ethik auf der Enterprise“ im Raum Beethoven. Der österreichische Philosoph Wolfgang Damoser spricht über Gesellschaftsmodelle und Entscheidungsgrundlagen in Star Trek.
Wer dann im Beethoven sitzen bleibt, kann um 11 Uhr verfolgen, wie Dr. Monika Staesche von der Stiftung Planetarium Berlin über „Das Star Trek-Universum“ spricht. Das ist in diesem Fall wörtlich gemeint, denn es geht darum, inwieweit die Star Trek Welt mit den realen astronomischen Gegebenheiten in unserer Milchstraße übereinstimmt.
Zeitgleich sprechen Simon Fistrich und Sebastian Göring vom Pocast Trek am Dienstag in „Un)geliebte Star Trek Folgen“ über die versteckten Schätze innerhalb der Star Trek Serien. Welche versteckten Episoden gehören zu den besten, erhalten aber nicht die entsprechende Würdigung? Für diesen Vortrag muss man in den ersten Stock zum Raum Haydn pilgern.
Einen ähnliche Thema widmet sich um 12 Uhr Reinhard Prahl im Raum Beethoven. Unter dem Titel „Star Trek at it’s Best“ stellt er seine persönlichen Top Ten der Star Trek Geschichte dar – inklusiver vieler Filmausschnitte.
Einen kritischeren Blick auf das Geschehen wirft zeitgleich Prof. Dr. Christoph Krauß von der Forschungsgruppe Applied Cyber Security an der Hochschule Darmstadt im Raum Haydn. Sein Vortrag „Starfleet Cybersecurity Fails“ erklärt den Teilnehmern u. a. wie Star Trek komplexe Sicherheitskonzepte anschaulich vermittelt aber auch welche Sicherheitsprinzipien die Sternenflotte ignoriert.
Auch Gunter Sterr legt in seinem Vortrag „Design the Final Frontier“ einen Schwerpunkt darauf, was beim geneigten Star Trek Zuschauer Fragen aufwirft: Warum haben alle einen Stuhl – außer Worf? Warum explodieren ständig Konsolen? Warum hat nach all den Pannen niemand das Holodeck abgeschaltet? Um 13 Uhr erfährt man im Raum Haydn, warum die Enterprise in punkto Usability so oft ein Desaster ist.
Um 16 Uhr geht es im Raum Haydn um „Benjamin Siskos Autobiografie“. Dr. Monika Staesche stellt das gleichnamige Buch(Provisionslink) von Derek Tyler Attico vor und liest einige Ausschnitte.
Sie gelten als vielleicht gefährlichster Gegner der Föderation: In „Die Borg in Star Trek“ widmet sich Dr. Rebecca Haar den kybernetischen Wesen, die von Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert bis Star Trek: Picard ihr Unwesen trieben. Um 17 Uhr wird im Raum Beethoven der Gegensatz von Schwarmintelligenz und Individualität beleuchtet und die Entwicklung der Borg über die verschiedenen Serien diskutiert.
Seit Lt. Sulu sind Steuermänner und -frauen ein fester Bestandteil einer jeden Brückencrew. Sie bringen Enterprise & Co dahin, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Wie sie dies machen, erklärt Tobias Grünbacher in „Navigation bei Star Trek“ – egal ob man einem Asteroiden ausweicht oder einen romulanischen Warbird abfängt. Früh da sein lohnt sich für diesen Vortrag, der am Samstag um 10 Uhr im Raum Haydn stattfindet.
Direkt im Anschluss geht es um 11 Uhr im Raum Haydn um das „Recht der unendlichen Weiten“. Dr. Jens Ambrock von der Universität Kiel stellt sein gleichnamiges Buch(Provisionslink) vor. Es geht um Regeln für Zeitreisende, die Starfbarkeit von genetischen Veränderungen, das Khitomer-Abkommen und weitere juristische Fragen aus der Star Trek Geschichte.
Nach dem Mittagessen kann man um 14 Uhr, ebenfalls im Raum Haydn, Christian Humbergs Vortrag zu „Star Treks ‚Advanced Human'“ lauschen. Nachdem sich letztes Jahr auf der FedCon in einem Panel eine lebhafte Diskussion zu diesem Thema entwickelt hat, kann das Thema hier einmal in voller Breite betrachtet werden. Humberg spricht über den Unterschied der heute real existierenden Menschen und Gene Roddenberrys Vision eines weiter entwickelten Menschen – eben des Advanced Human.
Wie am Vortag gibt es auch am Samstag um 17 Uhr im Raum Beethoven einen Vortrag von Dr. Rebecca Haar. Diesmal ist das Thema „KI in Star Trek“. Haar widmet sich den zahlreichen Künstlichen Intelligenzen, Computern und Androiden, die wir in 60 Jahren Star Trek getroffen haben – von der unschätzbaren Hilfe bis zur großen Gefahr war hier alles dabei. Haar schlägt auch den Bogen zu unserer realen Welt – was können wir von Data und Co. lernen?
Zum FedCon-Abschluss am Sonntag um 15 Uhr lädt Torsten Bernwitz, Professor an der Hochschule Darmstadt, zum Vortrag „Star Trek als Social Fiction“ in den Raum Beethoven. Der Autor des deutschsprachigen Sammelbandes What Would Picard Do(Provisionslink) stellt dar, wie Star Trek mit der Frage, wie wir zusammen leben wollen und können, umgeht.
Hinter den Kulissen
Viele Trekkies interessieren sich nicht nur für das Geschehen auf dem Bildschirm, sondern genau so für die Entstehung der Star Trek Serien und Filme. Für sie gibt es auch zahlreiche spannen Lesungen und Vorträge, die sich mit den Entwicklungen hinter den Kulissen befassen.
Bereits am Freitag um 13 Uhr steht ein Höhepunkt an. Gerhard Raible war mehr als 30 Jahre lang im Marketing für Star Trek aktiv und hat alles gesehen – auf der FedCon lässt er uns an seinem großen Erfahrungsschatz teilhaben. Angemessenerweise hat man ihm hierfür den Hauptsaal Maritim freigeräumt. Diesen Termin sollte man sich nicht entgehen lassen.
Star Trek ist eine amerikanische Serie, aber zum Glück sprechen alle Charaktere deutsch. Das ist der Synchronisation zu verdanken, die den englischen Originalton für deutschsprachige Zuseher zugänglich macht. Daniel Scherer diskutiert in seinem Vortrag „Synchronisation in Star Trek“, wie sich diese in den vergangenen 60 Jahren entwickelt hat. Der Vortrag findet am Samstag um 18 Uhr im Raum Haydn statt.
Um 19 Uhr liefert Robert Kaiser, mit seinem Trade Post 47 auch wieder als Händler vor Ort, im Raum Beethoven den fünften und sechsten Teil seiner „Star Trek Filming Sites“-Serie. Kaiser hat sowohl privat wie auch mit Larry Nemecek die Drehorte vieler Star Trek Produktionen besucht. Er zeigt wie diese Orte in Zivil aussehen, wenn sie nicht gerade als außerirdischer Ort hergerichtet sind. Die beiden Vorträge dauern jeweils eine halbe Stunde, wobei einer in englischer und einer in deutscher Sprache gehalten wird.
Vorher in dieser Serie: FedCon-Vorschau, Teil I: Mitmachen



